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Aktualisiert ( Donnerstag, 02. September 2010 um 18:27 Uhr )

 

Herzlich willkommen zum Projekt Extrication-Netzwerk.

Hier finden Sie aktuelle Informationen zur Problematik 'Schwierigkeiten bei der Befreiung von eingeklemmten Personen aus Neufahrzeugen'.

Die Idee

In der Vergangenheit ist es bei der Befreiung von eingeklemmten Personen aus Neufahrzeugen immer wieder zu Problemen gekommen. Die Internetpräsens "Extrication-Netzwerk" soll als Plattform dazu dienen Probleme zu sammeln und Ergebnisse darzustellen.

Es soll jedoch nicht nur die technische Rettung betrachtet werden, sondern auch die medizinische Seite. Gerade die Befreiung einer eingeklemmten/eingeschlossenen Person fordert die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst um ein optimales Ergebnis zu erreichen.

Die Problematik

Wie schon seit einigen Monaten auf dieser Seite sowie im Symposium 2007 dargestellt, treten bei Einsätzen mit eingeklemmten Personen in Neufahrzeugen immer wieder Schwierigkeiten auf, welche im Zusammenhang mit aktiven und passiven Sicherheitseinrichtungen stehen. Die Eindrücke von Feuerwehr und von Fahrzeugindustrie gegen in diesem Punkt jedoch auseinander. Auf der diesjährigen vfdb-Tagung fanden dazu mehrere Vorträge statt. Quelle: Programmheft vfdb-Tagung 2008

Um gegenüber den Fahrzeugherstellern eine sichere Argumentationsbasis zu haben, ist es notwendig etwaige Behauptungen über Probleme bei Neufahrzeugen auch mit entsprechendem Datenmaterial belegen zu können. Aus diesem Grund wurde vor einiger Zeit der Unfalldatenbogen entwickelt.

Dabei werden zwei Ziele verfolgt :
1. Dokumenation der Probleme die in der Praxis auftreten
2. Identifizierung der Ursachen zum Erarbeiten von Lösungsansätzen.

Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst
Aufgrund der territorialen Unterschiede in Deutschland kommen bei der technischen Rettung verschiedene Kombinationen zum Tragen:
- Technische und medizinische Rettung aus einer Hand (Berufsfeuerwehr, hauptamtliche Wache)
- Technische Rettung durch die Feuerwehr, medizinische Rettung durch eine Hilfsorganisation.
- Technische Rettung durch Einheiten des THW in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, medizinische Rettung durch eine Hilfsorganisation.

Sowohl Feuerwehren wie auch Hilfsorganisationen arbeiten teilweise nach Standard-Einsatz-Regeln bzw. Behandlungsalgorhytmen, welche in sich schlässig sind. Es gibt jedoch keinen einheitlichen Algorhytmus, welcher beide Aufgabenbereiche aufeinader abstimmt.

Fakten

  • Die Entwicklung von Fahrzeugsicherheit und Rettungstechnik verläuft derzeit weitgehend unabhängig voneinander und ist nicht aufeinander abgestimmt.
  • Die vor etwa 20 Jahren festgelegten Rettungsalgorithmen sind aufgrund der zunehmenden Zahl an aktiven Sicherheitseinrichtungen und wegen moderner Werkstoffe in den Fahrzeugen nicht mehr uneingeschränkt gültig und müssen neu bewertet werden.
  • Die derzeit von der Industrie herausgegebenen Rettungsleitfäden für alle Fahrzeugtypen sind für den Einsatz vor Ort keine Hilfe und dafür ungeeignet.
  • Derzeit treten einzelne Feuerwehren, Verbände oder Vereine unkoordiniert an die Automobilindustrie heran und unterbreiten unterschiedlichste Verbesserungsvorschläge zur Rettungstechnik; dies ist aber letztendlich kontraproduktiv.

Aktuelles Vorgehen auf Bundesebene

Der Arbeitskreis Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung AFKzV des AK V der Innenministerkonferenz der Länder hat den Verband der Automobilindustrie VDA gebeten das Problem zur Kenntnis zu nehmen und nach Lösungen zu suchen. Hierzu hat der VDA eine Task Force Retten von Personen aus verunfallten Fahrzeugen ins Leben gerufen. Der AFKzV hat das Land Bayern und dieses wiederum hat Herrn Trepesch (BF München) dem VDA gegenüber als Ansprechpartner benannt. Dieser ist beauftragt die Belange der Feuerwehren bundesweit zu koordinieren und zentral zu vertreten.
Nach zwei konstituierenden Sitzungen im Jahre 2007 kann nun 2008 mit der Sacharbeit begonnen werden. Dazu werden von Feuerwehrseite noch je ein Vertreter des Referates 6 der vfdb und 1 Vertreter der AGBF Bund mitarbeiten. Das weitere Vorgehen ist wie folgt skizziert:

  • Analyse der Probleme (technisch/statistisch), die bei der Rettung von Personen aus verunfallten Fahrzeugen zu Verzögerungen führen.
  • Analyse (theoretisch/praktisch) bzw. ggf. Überarbeitung der derzeitigen Rettungstechniken vor dem Hintergrund komplexer werdender Fahrzeugstrukturen und weiterentwickelter Rettungstechniken
  • Auf der Basis der oben beschriebenen Analysen ist vorgesehen:
  • Erarbeitung von geeigneten "vor Ort" Rettungsinformationen
  • Bereitstellung geeigneter Informationssysteme, bzw. Medien für die Einsatzkräfte (z.B. PDA, Label, Schulungen, oder...)

Datenschutz

Die Erfassung von Schwierigkeiten bei der Befreiung eingeklemmter Personen dient nicht der Kontrolle der jeweiligen Feuerwehr/des Rettungsdienstes. Die Daten werden auch nicht an Dritte weitergeleitet. Sie dienen der Evaluierung von Schwierigkeiten und kommen damit letztendlich allen Feuerwehren und Rettungsdiensten zugute.

Die Erhebung der Daten über Schwierigkeiten bei der Befreiung kann jedoch nicht ausschließlich unter Laborbedingungen erfolgen. Je praxisnäher die Schwierigkeiten beschrieben werden, desto praxisgerechter können auch die Lösungen sein.

Was wir suchen

Einsatzkräfte, Firmen, Sponsoren, Verbände, die sich aktiv am Netzwerk beteiligen durch Vorschläge, Diskussion und natürlich bei der Datenerfassung. Für Fragen jeglicher Art stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Aktualisiert ( Sonntag, 17. Mai 2009 um 18:23 Uhr )